Rorvik Rv770 – Fv543 Ottersoya 525 – Eidshaug – Osen Fv771 – Kjelda Rv17 zum Kollstraumen retour Rv17 – Fährstation Holm – Fähre nach Vennesund – Bronnoysund Fv54 – Torghattan – retour Bronnoysund.
Das Wetter ist je nach Sicht gut oder schlecht. Sieht man nach Süden sind vorwiegend dunklere Wolken zu sehen, richtet man den Blick nach Norden, ist der Himmel mehrheitlich blau. Es ist somit klar für uns – wir fahren nach Norden….! Ist ja logisch, das Nordkapp liegt im Norden!
Zuerst füllen wir unser Womo mit billigem Diesel auf (Nkr. 12.95), dann wird noch kurz eingekauft.
Jetzt sehen wir uns von aussen das futuristische Kystmuseet Norveg an und sehen direkt daneben die alten Lagerhäuser von Rorvik voller Möwennestern. Kaum ein Dachplatz ist noch zu haben, überall Nester mit darinsitzenden Müttern und meistens schaut eine junge Möwe aus dem Nest.
Schön, dass die Stadtverwaltung so etwas noch zulässt, die Möwen sind ja nicht die „saubersten“ und die Dächer sind auch ziemlich verschissen.
Dann geht es wieder über die grosse Brücke und nach ein paar Kilometern biegen wir links ab auf die Fv543. Nach weiteren 10 km haben wir das erste Ziel erreicht und stellen das Womo auf den Parkplatz für die Besichtigung der Jettegryten. Was sind das jetzt diese Jettegryten?? Viel kann man von der norwegischen Sprache ableiten, wenn man die Wegweiser oder Hinweistafeln sieht. Oft aber tappen wir total im dunkeln und kommen zufällig darauf oder haben eine Hilfe in Form von Büchern, Internet etc. Jettegryten sind Gletschermühlen – grosse Löcher von rotierenden Steinen gemacht, die in der letzten Eiszeit durch fliessendes Wasser Jahrhunderte lang herum gewirbelt wurden. Sie können einige Meter tief sein und auch ansehnliche Durchmesser von mehreren Metern haben.
Der Fussweg führt am gegenüberliegenden Hang hinauf und bereits nach 10 Minuten bestaunen wir 2 grosse kreisrunde Töpfe. Es ist schon erstaunlich, wie Steine Löcher, nur durch Rotation und dauernden Schliff in den Felsen gegraben haben.
Uebrigens lässt sich das Wort Jettegryten nicht richtig auf Gletschermühlen ableiten – natürlich hat es wieder einmal mehr mit den Trollen zu tun. In früheren Jahrhunderten hat man ja fast alles wundersame oder erstaunliche den „Wald- oder Steinmenschen“ den Trollen zu geordnet. Und diese Männer sollen diese Löcher gebuddelt haben.
Weiter geht es dann durch eine hügelige, voller Seen und Wäldern gelegene Landschaft. Wieder auf der Rv17 angelangt, fahren wir zuerst nochmals ein Stück südwärts und sehen uns den Kollstraumen (Gezeitenstrom) an. Doch vermutlich haben wir genau die relativ ruhige Zeit von der Ebbe auf Flut -Umstellung erwischt oder dieser Gezeitenstrom ist wirklich nicht überwältigend. Gezeitenströme sind übrigens Wasserströme, die sich durch schmale Wasserrinnen bei Flut in oder bei Ebbe aus einem Fjord drängen müssen. Je grösser der Fjord hinter dem natürlichen Hindernis ist und je kleiner die schmalste Stelle am Fjord ist, desto grösser ist die Fliessgeschwindigkeit. Der grösste Gezeitenstrom der Welt, den Saltstraumen, werden wir uns noch in 2-3 Tagen in der Nähe von Bodo ansehen. Er hat bis 30 km/h Fliessgeschwindigkeit und es entstehen bis 5m tiefe Wirbel – doch davon später.
Es geht wieder nordwärts und fast punktgenau fahren wir die Fähre zwischen Holm und Vennesund an. Nach 20-minütiger Ueberfahrt und nach einem frischen Krabbenbrötchen geht es weiter bis Bronnoysund und zum berühmten Torghattan.
Dort steigen wir den steilen Weg – 110m Höhendifferenz auf 800m zum grossen Loch hinauf. Es ist schon etwas schweisstreibend und wir sind froh, als wir durch das riesige Loch (Länge 166m/41m hoch und 18m breit) in die davor liegende Schärenlandschaft blicken.
Es ist wirklich atemberaubend wie auch hier die Natur – und nicht wie die Sage behauptet ein Riesentroll – gewirkt hat.
Jetzt stehen wir auf dem liebevoll eingerichtet Campingplatz Mosheim Anna Jensen, gleich ausserhalb von Bronnoysund an der Rv17 und geniessen den langen Abend.
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